Hintergrund

Der Braunkohlenbergbau hat in Ostdeutschland eine lange und wechselvolle Geschichte. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann seine rasante Entwicklung. Erfolgte der Abbau der Kohle zunächst im Tiefbau, wurde der mit der industriellen Revolution immer begehrtere Rohstoff ab Anfang des 20. Jahrhunderts aus immer größeren Tagebauen gefördert.

Tagebau Berzdorf (© LMBV/Archiv)

Kokerei Lauchhammer (© LMBV/Archiv)

Im Mitteldeutschen Revier betrug die Gesamtfördermenge an Rohkohle seit 1930 etwa 6,8 Mrd. t, wobei 1963 mit 145,5 Mio. t das höchste Förderniveau erreicht wurde. Insgesamt 126 Orte mussten ganz oder teilweise dem Bergbau weichen und 51.200 Einwohner umgesiedelt werden.

In der Lausitz wurden seit 1930 insgesamt fast 7 Mrd. t Kohle gefördert. Die Jahreshöchstförderleistung von 200 Mio. t stammt aus dem Jahr 1988. 125 Orte wurden Opfer des Bergbaus. Fast 28.000 Menschen mussten eine neue Heimat finden.

Der Braunkohlenbergbau und die Veredlung der Rohbraunkohle war die entscheidende energetische Grundlage der DDR. Ende der 1980er Jahre arbeiteten beinahe 140.000 Menschen in der Braunkohlenindustrie des Landes. Mehr als 300 Mio. t Rohkohle wurden zuletzt jährlich gefördert und in 50 Fabrikstandorten verarbeitet. Schließlich basierten 70 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Landes auf der Braunkohle. Mit der deutschen Wiedervereinigung war eine Neuausrichtung der Braunkohlenindustrie notwendig. Der infolge der schnell einsetzenden wirtschaftlichen Veränderungen, verbunden unter anderem mit dem drastischen Einbruch des industriellen Bedarfs an Rohbraunkohle, führte zu einem gravierenden Rückgang der Förderung und Veredlung.