Braunkohlesanierung

Mit der politischen und wirtschaftlichen Wende in Ostdeutschland und der Öffnung der Märkte kam es auch zu einer Liberalisierung auf dem Gebiet der Energieversorgung. Damit war klar, dass die Braunkohle in den neuen Bundesländern schnell ihre, aus der wirtschaftlichen Abschottung der DDR resultierende, Monopolstellung verlieren würde und im Wettbewerb mit den anderen Energieträgern ihren Platz völlig neu zu bestimmen hatte.

ABF60 Tagebau Klettwitz-Nord (© LMBV/Archiv)

ABF60 Tagebau Klettwitz-Nord (© LMBV/Archiv)

Brikettfabrik Plessa (© LMBV/Archiv)

Brikettfabrik Plessa (© LMBV/Archiv)

Der Weiterbetrieb ausgewählter Tagebaue auf neuen unternehmerischen und rechtlichen Grundlagen war nur bei einem kostengünstigen und ressourcenschonenden Abbau und einer effektiven Veredlung der Braunkohle möglich. Die Kehrseite dieser Situation bestand in der Notwendigkeit einer kurzfristigen flächendeckenden Stillsetzung des größten Teils der Tagebaue und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Stilllegung fast aller Veredlungsbetriebe. Auch die mittlerweile fortgeschrittene Landschafts- und Umweltzerstörung in den bergbaulich beanspruchten Regionen mit ihren gravierenden Auswirkungen auf das Leben der Menschen und die Entwicklungsbedingungen von Flora und Fauna geboten eine rasche Umkehr.

Damit trat die Braunkohlesanierung als eine in ihren wirtschafts- und beschäftigungspoltischen Zusammenhängen, landschaftlichen und städtebaulichen Auswirkungen, bergrechtlichen, landes-, regional- und kommunalplanerischen Anforderungen sowie bergbaulichen und ingenieurtechnischen Herausforderungen bis dahin unbekannte Aufgabe auf die Tagesordnung des vereinten Deutschlands.